Mit dem tatsächlichen Bestand anfangen
Die Frage „Reicht ein Terabyte?“ hat ohne deine Dateien keine besonders gute Antwort. Öffne zuerst die Speicherübersicht des vorhandenen Rechners. Notiere, wie viel Platz Anwendungen, persönliche Dateien und große Sammlungen belegen. Ein Rechner für Textdokumente hat ein anderes Profil als ein Gerät mit mehreren Videoprojekten. Auch zwei Personen mit gleich vielen Fotos können sehr unterschiedliche Datenmengen besitzen, wenn eine davon zusätzlich RAW-Dateien aufbewahrt.
Zähle dabei nur Dateien, die wirklich lokal gespeichert sind. Ein sichtbarer Cloud-Ordner kann Platzhalter enthalten. Die Namen stehen dann im Explorer, die vollständigen Dateien aber noch nicht auf dem Rechner. Soll die neue SSD später alles offline aufnehmen, gehört diese Datenmenge ebenfalls in deine Rechnung. Kontrolliere dazu den belegten Speicher beim jeweiligen Dienst und unterscheide eigene Dateien von geteilten Inhalten.
Wachstum lässt sich beobachten
Schau dir einen abgeschlossenen Monat oder ein typisches Projekt an. Wie viele Gigabyte sind hinzugekommen? Welche davon werden dauerhaft aufbewahrt, welche nach Abschluss gelöscht? Eine grobe Rechnung mit deinen eigenen Daten ist hilfreicher als eine pauschale Empfehlung für alle Nutzer. Wenn beispielsweise regelmäßig große Videoexporte entstehen, brauchst du während der Bearbeitung Platz für Ausgangsmaterial, Projektdateien und fertige Ergebnisse zugleich.
Auch Betriebssystem und Programme brauchen Spielraum für Aktualisierungen und temporäre Dateien. Plane deshalb nicht so knapp, dass das Laufwerk schon beim Einzug nahezu voll ist. Eine starre Prozentzahl passt nicht zu jeder Nutzung: Bei einem kleinen Systemlaufwerk können wenige zusätzliche Gigabyte entscheidend sein, während ein großer Archivdatenträger andere Reserven benötigt.
Die Zahl auf der Verpackung
Hersteller rechnen Kapazität üblicherweise mit dezimalen Einheiten. Einige Betriebssystemanzeigen verwenden eine andere Berechnung, obwohl die Beschriftung ähnlich aussieht. Hinzu kommen Dateisystem und gegebenenfalls Wiederherstellungspartitionen. Eine niedrigere angezeigte Zahl bedeutet deshalb nicht automatisch, dass ein Teil des Laufwerks fehlt. Vergleiche zunächst die Einheit und die gesamte Datenträgergröße, bevor du eine Reklamation vorbereitest.
Trenne außerdem Arbeitskapazität von Sicherungskapazität. Ein Backup mit mehreren alten Fassungen kann mehr Platz benötigen als der aktuelle Dateibestand. Eine zweite Platte, die genau so groß ist wie die bereits fast volle Arbeitsplatte, bietet dafür wenig Luft. Umgekehrt muss nicht jedes heruntergeladene Installationspaket dauerhaft in jeder Sicherung liegen, wenn es zuverlässig neu beschafft werden kann.
Schreibe zum Schluss drei Zahlen auf: heutigen lokalen Bedarf, erwarteten Zuwachs und Platz für Sicherungen. Wenn die gewünschte Ausstattung nicht ins Budget passt, entscheide bewusst, welche selten genutzten Daten auf ein separates Laufwerk wandern. Die bloße Verlagerung schafft allerdings noch kein Backup; auch dieses Laufwerk braucht für wichtige Inhalte eine zweite Kopie.
