Mit einem Handgriff anfangen
Eine lange Liste von Tastenkombinationen ist schnell gelesen und ebenso schnell vergessen. Wähle lieber eine Tätigkeit, die du ohnehin häufig ausführst. Wenn du ständig Dateien suchst, ist Windows und E für den Explorer ein guter Kandidat. Wenn du zwischen zwei Anwendungen wechselst, bietet sich Alt und Tab an. Der Nutzen entsteht durch Wiederholung im passenden Zusammenhang.
Übe zunächst mit unkritischen Inhalten. Kopiere einen Satz in einem leeren Dokument, füge ihn an anderer Stelle ein und mache die Änderung wieder rückgängig. So lernst du nicht nur die Tasten, sondern auch die Wirkung. Ein Kürzel, dessen Ergebnis du nicht verstehst, spart im Ernstfall keine Zeit, weil du danach erst prüfen musst, was passiert ist.
Der aktive Bereich entscheidet
Viele Tastenkombinationen wirken auf das gerade aktive Fenster oder Eingabefeld. Strg und A kann einen Text markieren, aber in einem Dateifenster auch sämtliche Dateien auswählen. Schaue deshalb vor einer anschließenden Löschaktion auf die Markierung. Der gleiche Griff ist nicht in jedem Zusammenhang dieselbe inhaltliche Handlung.
Auch Anwendungen können Kürzel anders belegen. Die Menüs eines Programms zeigen häufig die zugehörige Kombination neben dem Befehl. Diese Angabe ist für die konkrete Anwendung verlässlicher als eine allgemeine Merkliste. Bei Notebooks kann zusätzlich eine Fn-Taste nötig sein, um Funktionstasten statt ihrer Gerätefunktionen zu verwenden.
Drei Kürzel in den Alltag übernehmen
Beschränke dich für eine erste Woche auf wenige passende Kombinationen. Schreibe sie auf einen kleinen Zettel am Arbeitsplatz oder in eine kurze Notiz. Sobald du eine Handlung wiederholt mit der Maus ausführst, nutze bei der nächsten Gelegenheit bewusst das passende Kürzel. Ersetze den Zettel später durch neue Kombinationen, statt ihn zu einer unlesbaren Sammlung anwachsen zu lassen.
Für gemeinsame oder wechselnde Arbeitsplätze sind grundlegende Standardkombinationen besonders hilfreich. Individuelle Umbelegungen können praktisch sein, erschweren aber den Wechsel zu einem anderen Gerät. Dokumentiere sie, wenn du sie brauchst. Teste auch, ob ein neues Programm eine bereits verwendete Kombination abfängt, bevor du einen Defekt der Tastatur vermutest.
Tastenkombinationen müssen nicht jede Mausbewegung ersetzen. Beim seltenen Formatieren eines speziellen Diagramms ist das Menü möglicherweise verständlicher. Der Maßstab ist ein flüssiger Arbeitsablauf, nicht die Zahl auswendig gelernter Befehle. Wenn ein Kürzel dich regelmäßig aus dem Denken über den Inhalt herausreißt, darf es vorerst ungenutzt bleiben.
