Was soll erhalten bleiben?
Klonen bietet sich an, wenn ein Rechner gut funktioniert und lediglich ein anderes Laufwerk benötigt. Dabei soll seine vorhandene Datenträgeranordnung auf ein zweites Gerät übertragen werden. Eine Neuinstallation beginnt mit einer frischen Grundlage, verlangt aber die getrennte Einrichtung von Anwendungen, Einstellungen und persönlichen Dateien. Entscheide nach dem Zustand des Systems, nicht nur nach der vermuteten Dauer des Kopierens.
Ein Rechner mit ungeklärten Abstürzen oder unerwünschter Software kann diese Probleme in den Klon mitnehmen. Umgekehrt dauert der Neuaufbau eines sorgfältig eingerichteten Spezialarbeitsplatzes länger als das Installieren eines Browsers. Notiere, welche Programme und Einstellungen schwer wiederherzustellen wären. Dazu gehören auch lokale Datenbanken, Mailarchive und Projekte außerhalb der üblichen persönlichen Ordner.
Klonwerkzeuge haben eigene Anforderungen an Quelle, Ziel, Partitionen und Verschlüsselung. Ein kleineres Ziel wird nicht grundsätzlich unterstützt, auch wenn die Quelle überwiegend leer ist. Lies die Anleitung der konkreten Anwendung. Der Vorgang kann das Ziel überschreiben. Identifiziere deshalb beide Laufwerke anhand von Modell und Kapazität und erstelle vorher eine unabhängige Dateisicherung.
Ist die Quelle bereits auffällig, sind wiederholte Klonversuche kein gewöhnliches Aufrüsten mehr. Der Erhalt unersetzlicher Daten hat dann Vorrang. Bei wertvollen Inhalten kann es sinnvoll sein, die Versuche zu beenden und fachliche Datenrettung abzuklären. Auch ein abgeschlossener Vorgang mit Lesefehlern beweist nicht, dass sämtliche Dateien vollständig und unverändert angekommen sind.
Der erste Start ist nur ein Teil der Kontrolle
Prüfe nach dem Klonen, von welchem Laufwerk Windows wirklich startet. Sind beide Datenträger angeschlossen, kann der Computer weiterhin das Original verwenden und trotzdem erfolgreich wirken. Befolge für den ersten Start die Hinweise von Programm und Gerätehersteller. Ändere jeweils nur eine relevante Einstellung, damit das Ergebnis nachvollziehbar bleibt und neue Fehler zugeordnet werden können.
Für eine Neuinstallation benötigst du Programmkonten, Lizenzinformationen und gegebenenfalls wichtige Netzwerktreiber. Halte Wiederherstellungsschlüssel bereit. Eine schriftliche Anwendungsliste hilft, enthält aber noch keine Arbeitsdaten. Prüfe bei jedem wichtigen Programm, wo es seine Dateien speichert und wie sie in einer neuen Installation wieder eingebunden werden. Exportfunktionen können dabei hilfreicher sein als das Kopieren unbekannter Programmordner.
Nutze nach beiden Verfahren die entscheidenden Programme und Dokumente, bevor das alte Laufwerk eine neue Aufgabe bekommt. Richte eine Sicherung der funktionierenden Umgebung ein. Das Original bleibt zunächst unverändert, bis der Ersatz im Alltag geprüft wurde. Der Umzug endet nicht beim letzten Prozent der Fortschrittsanzeige, sondern bei einer nutzbaren Arbeitsumgebung mit funktionierendem Rückweg.
Wann eine neue Installation übersichtlicher ist
Klonen erhält die vorhandene Einrichtung einschließlich der Dinge, die längst nicht mehr gebraucht werden. Enthält die alte Installation mehrere aufgegebene Werkzeuge, ungeklärte Startprobleme und Ordner mit unbekanntem Zweck, lässt sich eine frische Installation später möglicherweise leichter verstehen. Das macht Neuinstallieren nicht automatisch besser. Dafür werden Installationsdateien, Kontozugänge, Programmeinstellungen und ein Plan zum Zurückholen persönlicher Daten benötigt.
Schreibe drei Aufgaben auf, die nach dem Wechsel funktionieren müssen. Ein Bearbeitungsprojekt öffnen, ein Dokument drucken und eine erforderliche Arbeitsanwendung anmelden kann aussagekräftiger sein als die Frage, ob das Hintergrundbild erhalten blieb. Verwende dieselben Abnahmeaufgaben beim Klonen und bei der Neuinstallation. So bleibt der Zweck des Rechners im Mittelpunkt und nicht der bequeme einzelne Migrationsknopf.
Speichere nach dem Klonen neue Arbeit nicht sofort wieder auf der alten Quelle. Sonst entstehen möglicherweise zwei auseinanderlaufende Dateibestände, ohne dass klar ist, welches System gestartet wurde. Identifiziere die aktive Installation eindeutig und lass die ausgemusterte Quelle bis zum Ende der Prüfungen unverändert. Eine vorläufige Beschriftung des alten Laufwerks verhindert Verwechslungen, wenn beide Geräte dieselbe Modellbezeichnung und Kapazität besitzen.
