Platz für Download und entpackte Dateien einplanen
Der Ausstieg aus einem Clouddienst gelingt leichter, solange das Konto noch normal funktioniert. Beginne vor der Kündigung eines Abonnements, dem Ende eines Schulkontos oder dem Austausch des einzigen Telefons, das eine Anmeldung bestätigen kann. Prüfe die Wiederherstellungsdaten und reserviere einen Speicherort für den Export. Bei großen Archiven wird zeitweise Platz für das heruntergeladene Paket und die entpackten Inhalte gleichzeitig benötigt.
Erfasse zunächst die verschiedenen Datenarten. Neben gewöhnlichen Dokumenten können Fotos, Notizen, geteilte Ordner und programmspezifische Projekte vorhanden sein, für die unterschiedliche Exportwege gelten. Eine mit dir geteilte Datei gehört dir nicht automatisch dauerhaft. Erstelle von Inhalten, die du behalten darfst, eine unabhängige Kopie, solange der Zugriff besteht. Bewahre gegebenenfalls auch den Zusammenhang der erteilten Berechtigung auf.
Mit einem kleinen Export das Format prüfen
Probiere zuerst einen repräsentativen Ordner aus. OneDrive kann mehrere gemeinsam heruntergeladene Elemente in einem ZIP-Archiv bereitstellen. Der Google-Kontoexport bietet Auswahlmöglichkeiten für Produkte und Archive. Daraus folgt aber nicht, dass jede Funktion des jeweiligen Dienstes als gewöhnliche bearbeitbare Datei erhalten bleibt. Ein im Browser erstelltes Dokument kann umgewandelt werden; Kommentare, Verknüpfungen oder frühere Fassungen verhalten sich dann möglicherweise anders als im Online-Original.
Entpacke den Probedownload in einen neuen Ordner außerhalb des Synchronisationsbereichs. Öffne ein Dokument mit dem später vorgesehenen Programm. Prüfe ein Foto in voller Auflösung, ein Video über die ersten Sekunden hinaus und ein Projekt mit eingebundenen Dateien. Dieser kleine Versuch deckt Formatprobleme auf, bevor die Übertragung des vollständigen Kontos viele Stunden beansprucht.
Die einzelnen Pakete nachvollziehbar halten
Teile große Sammlungen in eindeutig benannte Abschnitte und notiere deren Inhalt. Hebe die Exportnachricht oder eine kurze Textdatei mit Datum, ausgewählten Diensten und bekannten Ausnahmen auf. Besteht der Export aus mehreren Archivteilen, müssen alle heruntergeladen werden. Eine Erfolgsmeldung des Browsers bestätigt den abgeschlossenen Download, aber nicht die Vollständigkeit deiner gewünschten Auswahl.
Vergleiche nach dem Entpacken wichtige Ordner mit den Online-Originalen. Dateizahlen und Größen helfen, obwohl Formatumwandlungen Unterschiede verursachen können. Gehe unerklärlichen Lücken nach, statt eine identische Gesamtzahl zu erzwingen. Kopiere den überprüften Export an einen zweiten unabhängigen Ort, bevor du die Onlinequelle entfernst.
Entscheide erst danach über das Konto. Zahlung kündigen, gespeicherte Inhalte löschen und das gesamte Konto entfernen sind verschiedene Vorgänge. Lies die aktuellen Erläuterungen des Dienstes zu der jeweils beabsichtigten Aktion. Ordne den lokalen Export so, dass du auch nach sechs Monaten ein bestimmtes Dokument findest und nicht nur vor einer Reihe nummerierter Archivpakete stehst.
Auch die Begleitinformationen prüfen
Ein exportierter Fotoordner kann Begleitdateien oder ein separates Dokument mit Metadaten enthalten. Lass diese Bestandteile zunächst bei den Bildern, bis ihre Aufgabe geklärt ist. Darin können Informationen stehen, die im Dienst sichtbar waren, aber nicht unmittelbar in der heruntergeladenen Bilddatei gespeichert wurden. Sofortiges Umbenennen kann die erkennbare Zuordnung zwischen Bild und Begleitdatei zerstören.
Auch heruntergeladene Dokumente können Verknüpfungen zurück zu dem Konto enthalten, das geschlossen werden soll. Öffne eine repräsentative Auswahl ohne Anmeldung bei diesem Konto oder auf einem bislang nicht damit verbundenen Gerät. Das beweist nicht die Eigenständigkeit jeder Datei, macht aber offensichtliche Abhängigkeiten sichtbar, die in der gewohnten angemeldeten Sitzung verborgen bleiben. Prüfe bei wichtigen Projekten verlinkte Anhänge einzeln.
Soll der Export langfristig als Nachschlagebestand dienen, kann neben dem bearbeitbaren Format eine gut lesbare Fassung sinnvoll sein. Ein PDF bewahrt beispielsweise das Erscheinungsbild eines fertigen Dokuments, während die Quelldatei weitere Bearbeitung ermöglicht. Für eine Tabelle, deren Formeln später benötigt werden, ist das PDF allerdings kein Ersatz. Erhalte gezielt die benötigten Funktionen, statt ohne Grund möglichst viele Dateiformate zu erzeugen.
